Cannabis Harz und THC Monsterpflanzen

 

Bei den Wachstumsbedingungen gibt es einige Parameter, die einen besonderen Einfluss auf die Entfaltung des Harzpotenzials einer Sorte haben. David W. Pate hat 1994 im Journal of the International Hemp Association in Übereinstimmung mit Robert Connell Clarke festgestellt, dass trockene Luft in der Blütephase für die Harz- und THC-Bildung förderlich ist. Sie argumentieren, dass das THC-reiche Harz ähnlich dem schützenden Wachsüberzug z. B. von Kakteen das Aus-trocknen der Pflanze verhindern hilft. Viele Vergleichsstudien, durch-geführt z. B. in Marokko und im Libanon, zeigen, dass genetisch identische Pflanzen, die in verschiedenen Regionen des Landes kultiviert wurden, mehr Harz und THC produzieren, wenn sie während der Blütenreife trockene Luft umgab.
Des Weiteren hat auch die spektrale Zusammensetzung des Lichts einen nachweislich graduellen Einfluss auf die Harzbildung. Eine oft gestellte Frage auf diesem Gebiet ist, ob eine besonders starke UV-Strahlung zu einem besonders hohen Harz- und THC-Gehalt der Pflanzen führt. Diese Annahme liegt schließlich nahe angesichts der Tatsache, dass z. B. in den bergigen Höhenlagen Nepals, wo
die Atmosphäre dünn ist und viel ultraviolettes Licht auf die Cannabispflanzen einstrahlt, besonders THC-reiche Spezies zu finden sind. David W. Pate stellte 1983 in einer Forschungsarbeit über die THC Entwicklung bei Pflanzen aus Gebieten mit starker UV-Einstrahlung fest, dass sie in der Lage sind, UV-B-Strahlen (280-315 nm) zu absorbieren. Allerdings hat diese Art von UV-Licht eine schädliche, zellzersetzende Wirkung, ähnlich wie beim Menschen, der mit Sonnenbrand darauf reagiert, wenn er nicht durch dunkle Haut oder Sonnencreme geschützt ist. Pate folgerte daraus, dass der hohe THC-Anteil von Pflanzen aus UV-reichen Lagen eine Schutzfunktion gegen UV-induzierte Zellschädigungen erfüllt, dass THC gewissermaßen als UV-Filter fungiert. Andere wissenschaftliche Arbeiten erhärteten diese These in den folgenden Jahren. Z. B. zeigte 1986 eine vergleichende Studie der Universität Maryland, dass unter Licht mit erhöhtem UV-BAnteil angebaute Cannabispflanzen mehr THC bilden als solche unter normalem Licht. Im Homegrowing-Bereich kann man sich diesen Effekt durch die Verwendung bestimmter Lampentypen zunutze machen: Vollspektrumlampen wie z. B. bestimmte CFL-Typen oder die schon länger bekannten speziellen Sunlight-Leuchtstoffröhren aus dem Terrarium- und Aquarium-Bereich weisen einen höheren UV-A- und UV-B-Licht-Anteil auf als beispielsweise die standardmäßig zur Cannabiskultur verwendeten HPS-Lampen. Bei einem 2005 von Mr. Power-Planter durchgeführten Vergleichsanbau von Chronic-Pflanzen unter HPS- und CFL-Lampen (MaxGrow Full Spectrum) kam heraus, dass die unter CFL-Licht gegrowten Pflanzen tatsächlich etwas mehr Harz produzierten. Andererseits ist der Nachteil bei den CFLs, dass sie weniger Power als HPS-Lampen haben und zu geringeren Erträgen führen. Für die Blüte sind sie am besten bei kleinen Eigenbedarf-Grows mit einigen wenigen Pflanzen einzusetzen, während sie für die Wachstumsphase von Sämlingen und Stecklingen auch im Falle größerer Flächen geeignet sind, wie auch für die Mutterpflanzenkultur.
Nun gibt es Sorten, von denen bekannt ist, dass sie von Natur aus besonders viel Harz produzieren. Ich möchte Euch meine persönliche, aus konkreter eigener Anschauung heraus gewählte Top 5 vorstellen – eine solche Liste wird also bei jedem Grower anders aussehen. Zudem sind regelmäßig nicht alle weiblichen Pflanzen innerhalb einer angebauten Sortenpartie gleich harzig, es gibt fast immer einzelne Exemplare, die durch besonders üppigen Harzbesatz herausstechen.
Dies war seinerzeit z. B. bei Jacky White von Paradise Seeds der Fall, einer Sativa-dominanten Sorte, die den Harzreichtum schon im Namen trägt. Nach ca. neun Wochen Blüte brachte sie sehr harzige Pflanzen hervor, von denen eine ganz besonders dick mit Harz eingedeckt war, wie mit Zuckerguss überzogen aussah – selbst jüngere Laubblätter in den Buds verschwanden zur Gänze unter einer enormen Harzschicht. Dieses All-in-White-Szenario erinnerte stark an das majestätische Weiß einer Original White Widow, jener legendären Sorte, die im Jahre 1995 neue Maßstäbe für die Harzigkeit von Cannabispflanzen setzte. Als ein weiteres geradezu triefendes Harzdepot stellte sich der beeindruckend häufig preisgekrönte Klassiker AK-47 von Serious Seeds (ebenfalls Sativa-dominant, 53-63 Tage Blütezeit) heraus, wobei die Sichtung verschiedener Grows bei diversen Anbauern gezeigt hat, dass auch hier stets einzelne Exemplare anzutreffen sind, deren Blüten mit besonders massiven Harzteppichen zugedeckt sind. Das Foto zeigt eine extra harzige AK-47-Pflanze, die einem der Grower aus dem direkten Umfeld von Serious Seeds gehörte. Wahre Harzwunder sind auch die meisten Sorten der vielköpfigen OG Kush #18-Hybridfamilie von DNA Genetics. Eine OG Kush #18-Hybride nach der anderen durchlief die Teststation von Growolf, und ein ums andere Mal war er verblüfft über die fetten Harzschichten, die sich auf den Blüten und Blütenblättern auftürmten, ob es nun Silver Kush, Kosher Kush, Lemon OG Kush, Skywalker Kush oder Chocolope Kush war. Da glitzerte und funkelte es zur Erntezeit jedes Mal wie zu Weihnachten, und die geernteten Buds der Marke ,,Super-Harzer” waren Growolfs heiß ersehnte Geschenke, die bei ihm für viele “Aaaahs” und „O000hs” sorgten.
New York City Diesel (Sativa-dominant) von Soma Seeds ist in erster Linie für ihr fantastisches Grapefruit-Aroma bekannt, aber bei einer Vielzahl der weiblichen Pflanzen, die aus diesen Samen entstehen, ergibt sich nach zehn bis zwölf Wochen Blütezeit am Ende auch ein stolzer Harzbesatz. Das Foto zeigt eine NYCD-Blüte, die unter einer Vollspektrum-CFL-Lampe herangewachsen ist und sehr harzig geriet, harziger als manch anderer unter HPS-Licht angebauter NYCD-Bud, den ich gesehen habe. Ob in diesem einen Fall die besonders reiche Harzigkeit aber nun tatsächlich aus dem UV-reicheren CFL-Licht resultierte, kann nicht durch harte Fakten belegt werden, denn es handelte sich nur um einen einzigen Steckling, der Grower hatte also keinen direkten Vergleich zu einer entsprechenden HPS-Kultur. Aufgrund
des oben Berichteten zu diesem Thema ist jedoch davon auszugehen. Last but not least die fünfte besonders harzige Sorte, Dark Star von T.H. Seeds. Diese 3-Wege-Indica-Kreuzung benötigt mit 70 Tagen zwar eine für Indica-Verhältnisse überdurchschnittlich lange Blütezeit (wobei es beim Test-Grow von The Doc überraschend nur 62-65 Tage waren), belohnt den Grower aber dann mit wie in Glas gegossenen superharzigen Buds. Der Pflanzensatz vom Doc teilte sich in zwei Phänotypen auf, die sich allerdings nur durch die Blattfarbe unterschieden – die eine Hälfte produzierte in der Blütephase dunkle, violett-blaue Blätter (das namensgebende Charakteristikum von Dark Star), die andere gewöhnliche grüne. Die beeindruckende Harzigkeit war dagegen allen Dark Star-Pflanzen zu eigen.
Alle fünf überdurchschnittlich harzigen Sorten weisen eine entsprechend überdurchschnittliche, zum Teil rekordverdächtige Potenz auf und zeitigen auch eine starke medizinische Wirksamkeit.